Mehr Containerpflanzen gehen an wassergesättigter, luftloser Erde zugrunde als an kurzen Trockenperioden.
Bewässerung und Feuchtigkeitsdynamik

Feuchtigkeit im Gleichgewicht halten

Einen Balkonkasten zu gießen bedeutet nicht einfach, Wasser aus der Kanne zu schütten. Es heißt, den ständigen hydraulischen Kreislauf zwischen Wurzelatmung, Verdunstung durch Wind und Drainage des Topfes zu steuern.

Die physikalische Realität des Austrocknens von Behältern

Auf einem offenen Stadtbalkon wirkt der Wind wie ein ständiges Trockenmittel. Selbst an bedeckten Tagen entziehen frische Brisen den breiten Blättern von Kräutern und Tomaten Feuchtigkeit, während sonnenerwärmte Betongeländer ihre Wärme über die Seitenwände der Gefäße abstrahlen.

Doch auch das tägliche Gießen eines Topfes am Morgen, nur aus Gewohnheit, ist gleichermaßen riskant. Liegt die unterste Wurzelschicht dauerhaft im stehenden Wasser, vermehren sich anaerobe Bakterien, die Wurzelspitzen werden braun und faulen, und die Pflanze welkt, obwohl sie im nassen Schlamm steht.

Die vierstufige Gießroutine

  1. Vor dem Gießen prüfen: Berühren Sie die Oberfläche. Graben Sie zwei bis drei Zentimeter tief. Fühlt sich die Erde feucht an, gießen Sie heute nicht.
  2. Früh gießen: Der Morgen ist die optimale Zeit. Die Blätter trocknen im frühen Sonnenlicht schnell ab, wodurch das Risiko von Mehltau vor der abendlichen Kühle sinkt.
  3. Gleichmäßig durchfeuchten: Gießen Sie langsam über die gesamte Erdoberfläche, bis Wasser aus den Abzugslöchern am Boden austritt.
  4. Untersetzer kontrollieren: Steht das Wasser nach dreißig Minuten noch im Untersetzer, gießen Sie es weg oder wischen Sie es auf, damit die Luftkanäle in der unteren Erdschicht erhalten bleiben.

Passive Selbstbewässerung für Stadtbewohner mit wenig Zeit

Wenn Sie beruflich unterwegs sind oder lange Sommerwochenenden außer Haus verbringen, ist das Gießen mit der Kanne schwer durchzuhalten. Stadtgärtnerinnen und Stadtgärtner setzen deshalb auf einige zuverlässige, technisch einfache Lösungen:

Unterbewässerte Pflanzgefäße (SIPs)

Diese Gefäße haben einen geschlossenen Wasserspeicher unter einem perforierten falschen Boden. Eine Erdsäule saugt das Wasser durch Kapillarwirkung nach oben, und zwar genau in dem Maße, wie die Pflanze es verbraucht. So geht kaum Wasser durch Verdunstung verloren.

Terrakotta-Ollas

Unglasierte Tonkugeln werden in das Substrat eingegraben und mit Wasser gefüllt. Durch ihre mikroporösen Wände gibt das Wasser langsam Feuchtigkeit direkt an die aktiven Wurzeln ab.

Schwerkraft-Tropfschläuche

Ein einfacher, erhöht aufgestellter Fünf-Liter-Kanister, der mit feinen Schläuchen und einstellbaren Tropfern verbunden ist, versorgt die Pflanzen gleichmäßig mit kleinen Tropfen, ohne dass ein Außenwasserhahn nötig ist.

Balkonetikette: Rücksicht auf die Nachbarn unter Ihnen

Achten Sie immer darauf, dass Ihre Pflanzgefäße sicher auf randerhöhten, dicht geprüften Untersetzern stehen. Schmutziges Abwasser, das unkontrolliert durch die Balkonroste auf die tiefer liegenden Balkone tropft, ist die häufigste Ursache für Streit zwischen Mietern und Hausverwaltung.

Häufige Fragen zum Anbau Gefäßtypen im Überblick